Pädagogik der Zukunft

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PÄDAGOGIK DER ZUKUNFT IM SINNE GLOBALEN UND TRANSFORMATIVEN LEHRENS UND LERNENS

 

Eine Pädagogik der Zukunft verlangt ein mehrperspektivisches Verständnis von Methodik und Didaktik. Es geht weniger um die Methode in diesem oder jenem Kontext oder um die Methode schlechthin, sondern um die Vernetzung verschiedener Disziplinen und deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den jeweiligen Kontexten. Dadurch entstehen sinnvolle und effiziente Synergien, die Demokratie und Offenheit in der Pädagogik ermöglichen. Grundlage ist eine hermeneutische und phänomenologische Auffassung von Lehren und Lernen.

 

Folgende Fragen waren richtungsweisend für die Entwicklung des

Methodentools:

 

  • In welcher Form und auf welche Weise sind für bestimmte Kontexte erprobte Methoden in andere Kontexte übertragbar?

  • In welcher Weise wirken sich die kontextoffenen Methoden auf die Selbstreflexion der am Workshop Teilnehmenden aus, auf das Bewusstwerden bestimmter Muster (Sprachmuster, Verhaltensmuster, Körpermuster und Lehrmuster & Lernmuster) und auf eine sinnvolle und zukunftsweisende Musterveränderung?

  • Wie kann das Zulassen von Zweifeln, von Unsicherheit und „Nichtwissen“ eine Quelle kritischer Selbstreflexion, Metareflexion und Motivation für neues Denken und Handeln sein?

  • Welche Wirkung hat die pädagogische Haltung auf das eigene Lehren und Lernen und auf die Haltung und Einstellung der am Lernprozess Beteiligten?

1. Die pädagogische Haltung

 

Das Hinterfragen der eigenen pädagogischen Haltung, die Erkenntnis über die Herkunft der eigenen pädagogischen Haltung und deren Zusammenhänge mit Werten, Weltanschauung und Unterrichtsphilosophien kann zu Veränderungen auf der makrodidaktischen und mikrodidaktischer Ebene führen. Zugleich ergeben sich neue Perspektiven auf eine Pädagogik der Zukunft.

Die Haltung im Lehr- und Lernprozess ist zugleich eine politische Haltung, die die große Transformation der Gesellschaft im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung unterstützen kann. Grundlegend dafür ist eine selbstkritische Einstellung zum pädagogischen Wahrnehmen, Denken und Handeln. Den Menschen, den Lernenden in seiner Ganzheit anerkennen, ihn als homo creans wahrnehmen, darin liegt die zukünftige pädagogische Herausforderung.

2. Transverbalität

 

„Transverbalität“ im Lernprozess ist im Sinne einer systemischen Vernetzung der emotionalen, mentalen, körperlichen, räumlich-symbolischen und biografischen Aspekte beim Lehren und Lernen zu verstehen. Sie wirkt sich im Lernprozess auf die Gruppendynamik und die Gruppenresonanz aller Beteiligten aus.

3. Gruppenkörper und Gruppenresonanz

 

Während des gesamten Projekts war die Reflexion der gruppendynamischen Prozesse eine wichtige Basis für die Wirkung der Methoden auf den Lehr- und Lernprozess bzw. der Gruppenkörper als positive Ressource für die Veränderung von persönlicher Mustern (verbal, nonverbal, räumlich-symbolisch, Werte) und für die Umsetzung inklusiven, globalen und transformativen Lehrens und Lernens.

 

4. Kompetenzen der Lehrenden

 

Neben einer profunden Fachkompetenz sollten die Inhalte der vier Workshops die Teilnehmenden motivieren, ihre Haltungen, Einstellungen und ihr Handeln im pädagogischen Prozess neu zu reflektieren, die gemeinsame systemische Grammatik/Sprache der vorgestellten Methoden und Aktivitäten zu erkennen und Offenheit für neues Handeln, Wahrnehmen und Denken zu gewinnen.

 

5. Innovation

 

Der interdisziplinäre und transdisziplinäre Ansatz umfasst pädagogische Konzepte und methodisch-didaktische Ansätze von Lehrenden aus Weiterbildungsreinrichtungen, Regelschulen, Universitäten und Coaching Zentren. Lehrende und Lernende testeten und evaluierten die Methoden mit dem Fokus auf die Ganzheit des menschlichen Wesens und auf den möglichen Transfer in verschiedene Kontexte (z.B. der Transfer von theaterpädagogischer Vorgehensweise in den Fremdsprachenunterricht).

Der innovative Aspekt liegt auf der Erkenntnis, dass Methoden kontextübergreifend zu verstehen sind und damit die Lehrenden und die Lernenden kreative Kräfte entwickeln und neue Ideen für ihren pädagogischen Kontext generieren.

Sie interagieren in einem systemischen Kreislauf von Konstruktion (eine scheinbar neue, andere Methode/Aktivität erfinden), Rekonstruktion (entdecken, dass in dieser Methode bereits Elemente anderer Methoden vorhanden sind) und Dekonstruktion (und in diesem Prozess ganz andere, neue methodische Wege erkennen).

Auf diese Weise können sich Denk- und Verhaltensmuster von einem „Entweder-Oder“ zu einem „Sowohl-Als-Auch“ wandeln und damit neue Perspektiven zulassen.